Diese Seite beschreibt, wie das System Zustand über die Zeit hält — eine Ebene der Architektur. Was daraus in der Fertigung wird, steht bei Process AI; wie verarbeitet wird, unter Verarbeitung.
Warum Zustand der Unterschied ist
Ein Sprachmodell arbeitet pro Anfrage und beginnt danach wieder bei null. Für einen Betrieb heißt das: Jede Frage wird ohne Wissen über die vorige beantwortet. Die Kontextebene ist der Teil der Architektur, der diesen Bruch schließen soll — eine Anfrage von heute soll im Zusammenhang dessen beantwortet werden, was am selben Standort vorher passiert ist.
Diese Ebene besteht aus zwei Teilen, und beide sind unten im Einzelnen beschrieben: einem Reflexionszyklus aus sechs Schritten, der nach jeder Entscheidung durchlaufen wird, und einer Gedächtnisarchitektur aus fünf getrennten Datenbanken. Der Aufbau steht fest. Offen ist, wie weit er heute im laufenden Betrieb schon trägt — das halten wir gerade mit dem Engineering fest. Deshalb steht an jeder Angabe auf dieser Seite, ob sie den heutigen Betrieb meint oder den Aufbau.
Der Reflexionszyklus
Die Architektur sieht sechs Schritte vor, die nach einer Entscheidung durchlaufen werden, bevor die nächste Wahrnehmung an der Reihe ist:
- Perceive: Henri nimmt seine Umgebung wahr und ruft ab, was er zuvor in einer vergleichbaren Situation getan hat.
- Process: Neue Informationen werden mit dem bestehenden Kontextwissen verknüpft, nicht isoliert behandelt.
- Evaluate: War die letzte Entscheidung richtig? Wie hoch war die Konfidenz? Das System prüft seine eigene Arbeit.
- Reflect: Lücken werden identifiziert — Dinge, die falsch eingeschätzt wurden oder noch unbekannt sind.
- Anchor: Das Gelernte wird dauerhaft im Gedächtnis verankert, nicht nur für die aktuelle Sitzung vorgehalten.
- Expand: Das Modell der Betriebsumgebung wächst, und der Zyklus beginnt erneut.
Der Zyklus ist als Hintergrundvorgang angelegt, unabhängig davon, ob gerade eine Anfrage bearbeitet wird. Er ist der vorgesehene Mechanismus, über den wiederholte Beobachtung zu Wissen über die konkrete Installation werden soll.
Die Gedächtnisarchitektur
Die Kontextebene ist auf fünf voneinander unabhängige Datenbanken aufgeteilt, jede mit einer eigenen Aufgabe: Kernidentität (was das System über sich selbst und seine Installation weiß), Signalstatistik (die Normalbereiche der angebundenen Messpunkte), operatives Wissen (was bei einer bestimmten Lage zu tun ist), kontextuelles Bewusstsein (welche Umstände gerade gelten) und Ereignismuster (was in vergleichbaren Fällen vorher passiert ist).
Die Trennung ist Absicht: Ein Fehler in einer Datenbank soll die übrigen nicht verfälschen. Zusammen sollen sie Zustand über eine einzelne Sitzung hinaus halten. Wie weit das heute über einen Neustart hinweg trägt, ist genau die Frage, die wir mit dem Engineering klären — die Aufteilung selbst steht, die Reichweite im Betrieb noch nicht.